Matthias Bruhn

Wissen als Nachricht

Mit der Bereitstellung wissenschaftlicher Kommunikationsangebote im Internet verbindet sich oftmals die Hoffnung, neue Personengruppen so miteinander zusammenzubringen, dass damit auch überkommene Fachstrukturen aufgebrochen und ein anderes Verständnis von Wissen und Wissenschaft transportiert werden können. Dies betrifft auch die Nutzung elektronischer Ressourcen in den Geisteswissenschaften, welche anfangs nur zögerlich auf den Einzug neuer Medien reagiert haben. Am Beispiel kunsthistorischer und anderer Informationsportale lässt sich belegen, dass die verstärkte Nutzung elektronischer Ressourcen immerhin zu einer Aufwertung von Textformen wie der Rezension und zur erhöhten Aktualität und Internationalität von Mitteilungen geführt hat. – Galten Publikationen im Internet aufgrund fehlender Langzeitarchivierung weithin als minderwertig im Vergleich zu gedruckten Schriften, stehen nun umgekehrt die traditionellen Publikationsorgane und Institutionen unter Rechtfertigungsdruck. In diesem Medienumbruch mit seinen vielfältigen neuen Verbünden und Angeboten wiederholen sich zugleich ältere Prozesse der Selbstorganisation von Wissenschaft.